Mittwoch, 28. Oktober 2009

Habemus Overbeck ...



Franz-Josef Overbeck ist der neue Bischof von Essen. "Overbeck? Overbeck? Who TF is Overbeck?" habe ich mich heute Mittag gefragt. Ein paar Links für den schnellen Überblick:

Lebenslauf und grundlegende Infos bei Wikipedia. Außerdem ein ausführliches Dossier auf der Homepage des Bistums Münster.

Darunter Zitate von Overbeck zu verschiedenen Themen wie Bischofsdienst, Gott, Eucharistie, Kirche, Christen in der Gesellschaft usw. - auf der kirchensite des Bistums Münster, wo Overbeck bis dato Weihbischof war.

Für Geduldige gibt es ein wahnsinnig langes biographisches Video-Interview im domradio.

Wesentlich aufschlussreicher finde ich die anstrengende SWR-Sendung "Nachtcafé - Mehr Schein als Heiligkeit - wie glaubwürdig ist die Kirche?" vom 15.5.2009, zur Zeit noch in 9 Teilen à ca. 10 Min. bei Youtube (Folge 1 hier). Im Panel sitzen neben Overbeck der Piusbruder Steiner und die EKD-Kulturbeauftragte Petra Bahr, eingeladen wurden auch Philipp Möller, Mitorganisator der atheistischen Buskampagne, die einige Wochen später startete und der Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes Axel Hochrein.
Interessant ist, wie Overbeck in der Runde agiert: Er gibt sich gebildet und intellektuell, kommt aber kaum zu Wort, auch weil er sich ständig unterbrechen lässt (was nicht alle so sehen). Am Ende wirkt er weniger bescheiden, als doch vielmehr hilflos. Stimmt wohl, was sein Pfarrer, unter dem er 1990-94 in Haltern Kaplan war, über ihn gesagt haben soll: "Er ist fromm und er denkt". Hauptsache er tut auch was - immerhin hat er ja angekündigt, im Bistum Essen "die Stimme der katholischen Soziallehre" sein zu wollen. Am Ende zählen bekanntlich die Früchte (Mt 7,20-23).

Overbeck ist übrigens, das kann man wohl sagen, ein echter "Römer", den mit Papst Benedikt eine Menge verbindet, schließlich hat der ihn zum Priester und zum Bischof geweiht. Auf seine "römischen Verbindungen" ist der frischgebackene heute Mittag in seiner Ansprache besonders eingegangen: "Bereits meine Ernennung zum Weihbischof erfuhr ich nicht in Münster, sondern im Sommer 2007 während des Sommerurlaubs auf Korfu, in Griechenland. Auch diesmal erfuhr ich nicht in Münster, sondern in Rom von meiner Wahl zum Bischof von Essen durch das Hohe Domkapitel der Essener Kathedralkirche. Ich war aus Anlass eines Zusammentreffens mit Mitbrüdern dort, mit denen ich vor 20 Jahren in Rom die Priesterweihe durch den damaligen Kardinal Ratzinger empfangen hatte. Über dem Altar unserer römischen Weihekirche Sant’Ignazio steht ein Wort, das Christus dem Hl. Ignatius vor Rom zuspricht: "Ego vobis Romae propitius ero!" – d. h. "Ich werde euch in Rom gnädig sein". Gott war mir in diesem Jahr in diesem Sinne auf besondere Weise an dieser wichtigen und heiligen Stätte der Christenheit nahe. Ich danke unserem Heiligen Vater Papst Benedikt XVI. dafür, mich heute zum Bischof von Essen ernannt zu haben. So verbindet mich eine weitere wichtige Lebensetappe mit ihm."

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Bilanz des Helfens


Die große Bilanz des Helfens der GfK im Auftrag des Deutschen Spendenrates fällt für das vergangene Jahr positiv aus - trotz Wirtschaftskrise. Für alles gibt es ein "Aber": Ich habe für Sonntags einen tieferen Blick ins deutsche Spendenwesen geworfen und festgestellt, dass es gar nicht so rosig aussieht, wie das vielleicht zunächst klingt. Nur ein Drittel der Deutschen spendet überhaupt, nur ein winziger Teil davon regelmäßig. Die regelmäßigen Spender sind weit über 60. Immer weniger Menschen spenden immer mehr, das heißt auch, es kommen keine neuen Dauerspender dazu - aber genau von denen leben die Hilfswerke. In den Medien sieht das freilich anders aus: Einzelne Katastrophen, vor allem natürlicher Art, bekommen sehr viel Aufmerksamkeit und wecken Mitgefühl gepaart mit Spendenbereitschaft. Andere Katastrophen und vor allem langfristige Probleme wie Hunger oder Krankheiten werden völlig vergessen. Ich habe für den kleinen Beitrag auch Material verwendet, das ich 2005 im Süden Mexikos an der Grenze zu Guatemala gedreht habe: Einige Wochen nach dem Hurrikan "Katrina" hat dort der Hurrikan "Stan" gewütet. Betroffen waren große Teile Mittelamerikas, am schwersten eben Guatemala mit geschätzten 2000 Toten. Ich war ein halbes Jahr später dort und von Aufräumarbeiten war nur wenig zu sehen - zu teuer, Guatemala ist arm. Ich hatte vorher überhaupt nichts von der Katastrophe gehört. Und ich denke mal, das ging den meisten Menschen hier bei uns so, denn wir alle waren ja mit der Hurrikan-Nachsorge in New Orleans beschäftigt. Den Sonntags-Beitrag kann man in der Mediathek sehen.

Freitag, 25. September 2009

per Du mit der Kuh


Anfang August war ich in Südtirol und habe einen Beitrag über die Bergbauernhilfe für die Reihe Mojo im ZDF-infokanal realisiert. Leider komme ich erst jetzt dazu, das mitzuteilen. Der Film ist schon gelaufen, aber noch in der Mediathek verfügbar.
Ich war fast 6 volle Tage unterwegs mit der Kamera, davon drei Tage auf dem Pirchhof im Vinschgau - super angenehm, so viel Zeit zu haben. Es lebe der Videojournalismus! Angesichts des Zeitdrucks, unter dem die 15 Minuten dann entstanden sind - ich hatte eigentlich nur 3 Tage für den Schnitt - bin ich im Großen und Ganzen ziemlich zufrieden. Die Verpackung für mojo ist zwar vorgefertigt, aber ein bisschen muss man schon tüfteln für die Grafikelemente. Die Fortbildung Schnitteffekte im Sommer hat sich auf jeden Fall schon gelohnt. Es gibt im Übrigen auch eine Kurzversion des Stücks für "Sonntags" - der eigentliche Ausgangspunkt für die Langfassung. Ebenfalls online mit einem kleinen Artikel dazu.
Auf dem Foto sitze ich gerade auf dem Dach des Traktors und filme das Mähen mit der Sense.

Freitag, 17. Juli 2009

Im Hamsterrad

Mittwoch, 15. Juli 2009

Once upon a time ...

Once upon a time... from Capucha on Vimeo.

Samstag, 14. März 2009

Zukunft machen

Unter diesem Motto steht unsere Aktion in der "Sonntags"-Redaktion, für die drei VJ-Teams in Deutschland unterwegs sind auf der Suche nach Menschen, die trotz aller Krisen und Probleme die Ärmel hochkrempeln, Alternativen suchen und ausprobieren. Die gefundenen Zukunftsmacher findet sich im Blog zur Aktion. Das Ergebnis der ersten Woche, in der ich mit VJ-Kollegin Tina im Nordosten unterwegs war, kann man hier sehen und nächste Woche sind wir im Nordwesten unterwegs mit den Themen Mobilität, Energie und anderem. Infos auf der ZDF-Homepage.

Erfahrungen mit den Traditionalisten

Der Vollständigkeit halber: Am 5. Februar hat die Traditionalisten-Affäre auch mich erreicht und ich habe ein kurzes Nachrichtenstück über kreuz.net gemacht, diese unsägliche Ansammlung von Widerlichkeiten, die sich auch noch katholisch nennt (und die ich hier bewusst nicht verlinke, weil sowas einfach ignoriert gehört). Den Bericht in heute-nacht kann man hier sehen. Die Reaktionen auf kreuz.net kamen übrigens prompt und der Artikel ist dann schon amüsant, vor allem beschert mir das einen unerwarteten Zustrom an Lesern hier - auf die ich allerdings lieber verzichten würde, wenn ich sehe, wo der Link herkommt:

"Wenn Kirchenfeinde hetzen, dann ist das Dialog

Die deutschen Amtsbischöfe haben in Zusammenarbeit mit einem kirchenfeindlichen Staatssender Werbung für das europaweit größte katholische Internetportal gemacht.

(kreuz.net) Am 5. Februar berichtete die Sendung ‘Heute nacht’ des ‘Zweiten Deutschen Fernsehens’ gegen das europaweit größte katholische Internetportal ‘kreuz.net’.
Für den kirchenfeindlichen Bericht verantwortlich war der Journalist Jan Frerichs.
Erst im Dezember veröffentlichte Frerichs auf seinem Blog einen Artikel gegen den Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner.
Auf den ersten Blick wirke ‘kreuz.net’ „seriös“ – heißt es in Frerichs’ Sendung:
„Aber sie ist alles andere als seriös“, beschwört er. Hier würden „Hetzparolen“ verbreitet – sagte er und tut das gleiche.
Er weiß: Die Webseite ‘kreuz.net’ sei eine private Initiative „rechter Fundamentalisten“.
Die umstrittene Bundeskanzlerin Angela Merkel werde „hier als »hechelnde Befehlsempfängerin der Juden«“ bezeichnet.
Um seine Dämonisierungen nicht in Gefahr zu bringen, muß Frerichs allerdings unterschlagen, daß sich ‘kreuz.net’ bei dieser Information auf das Kölner ‘Domradio’ und auf „Vatikankreise“ bezieht, die von dem Radio zitiert wurden.
„Und den Holocaust zu leugnen, auf diesen Seiten ist das kein Tabu“ – so Frerichs.
Um die Zuschauer gezielt in die Irre zu führen, zitiert er nicht aus Artikeln, sondern aus den Meinungen im offen geführten Leserforum.
Mit dieser Taktik hätte er auch nachweisen können, daß ‘kreuz.net’ ein Homo- oder Atheistenorgan ist.

Der Schwur

Frerichs beschwört – wohl im Auftrag der vom Williamson-Pogrom noch weicher geklopften „Amtskirche“ – hoch und heilig: Mit den deutschen Staatsbischöfen habe „das alles nichts zu tun“.
Dann hat Matthias Kopp (40) – Sprecher der Deutsche Bischofskonferenz – seinen Auftritt. Kopp ist Mitglied des kirchenfeindlichen ‘Zentralkomitees der Deutschen Katholiken’.
Das Portal ‘kreuz.net’ sei eine Seite, die nicht zur römisch katholischen Kirche gehöre – stammelt er.
Dann outet sich Kopp als ‘kreuz.net’-Leser: Auch die Diskussionen auf dem Portal seien „unsäglich und unerträglich“.

Der große Seufzer

Dem ZDF-Dämonenjäger bleibt nur ein Seufzer über die Tatsache übrig, daß die „Amtskirche“ und der – deutsche – „Verfassungsschutz“ gegen ‘kreuz.net’ machtlos sind:
„Die Betreiber sind anonym und ‘kreuz.net’ ist keine deutsche Seite. Sie wird in den USA gemacht.“
„Amtskirchen“-Sprecher Kopp muß zustimmen: „‘kreuz.net’ hat den Server in Nordamerika stehen, das heißt, wir haben juristisch nur sehr eingeschränkte Zugriffsmöglichkeiten.“
Anders als in Deutschland wird die Meinungsfreiheit in den Vereinigten Staaten durch den ersten Zusatz zur Verfassung des Landes garantiert.
Kopp weiter: „Und bei ‘kreuz.net’ haben wir das Problem, daß wir es hier mit einer“ – der Sprecher holt tief Luft – „Kämpfertruppe zu tun haben die uns das Leben wirklich schwer macht.“
Als Beispiel nennt Frerichs nicht die deutsche „Amtskirche“, sondern den evangelischen Pfarrer, Liedermacher, Katholikenhasser und Papstbeschimpfer Klemens Bittlinger.
Vor dem ZDF darf er eine weitere Runde seiner bereits bekannten Mitleidstour drehen.
In seinem Anti-Papst-Schmählied richtete Bittlinger im Mai 2008 folgende Tiraden an den Papst:

„Warum schmähst du andere Christen? Warum suchst du offen Streit und sagst: ‘Ihr seid keine Kirche, weil ihr fehlerhaft seid!’? Wer im Glashaus wirft mit Steinen, endet schnell im Scherbenmeer und auch viele Katholiken decken diesen Stil nicht mehr.“

Frerichs hat viel Verständnis für diese Beschimpfungen. Er verharmlost sie als „Lied mit kritischen Fragen an den Papst“.
Dann stellt er den Täter Bittlinger als Opfer dar: „Die Seite ‘kreuz.net’ entfacht eine Hetzkampagne gegen Bittlinger die weit über die Grenzen des Internets hinausgeht.“
Jetzt darf der Papstbeschimpfer selber losheulen: „Da gab es wüste Drohungen, Beschimpfungen, mit Gewaltandrohung, Androhung von Folter, bis hin zur Morddrohung, so massiv, daß die Polizei das primäre Konzert am 11. August unter Polizeischutz gestellt hat.“
In seinem Weinkrampf vor der Kamera unterschlägt Bittlinger allerdings, daß ihm damals die geballte Macht der antikatholischen deutschen Reichspropaganda zu Hilfe eilte.
Auch die Tatsache, daß die von Bittlinger gerufene Polizei immer nur mit Fehlalarm konfrontiert war, muß unter den Tisch fallen.
Dafür jammert der Papstbeschimpfer: „Und ich muß Ihnen sagen, es macht keinen Spaß, so massiv bedroht zu werden.“
Zum Abschluß bekommt Bittlinger vom ‘ZDF’ noch ein Heldenabzeichen auf seine schmale Brust gedrückt: Bittlinger wolle sich nicht einschüchtern lassen – heroisiert ihn Frerichs:
„So wie heute abend spielt er als evangelischer Pfarrer weiterhin auch in katholischen Kirchen.“
Weil der „Dialog“ dem Haßprediger wichtig sei – säuselt es im letzten Satz."