
Franz-Josef Overbeck ist der neue Bischof von Essen. "Overbeck? Overbeck? Who TF is Overbeck?" habe ich mich heute Mittag gefragt. Ein paar Links für den schnellen Überblick:
Lebenslauf und grundlegende Infos bei Wikipedia. Außerdem ein ausführliches Dossier auf der Homepage des Bistums Münster.
Darunter Zitate von Overbeck zu verschiedenen Themen wie Bischofsdienst, Gott, Eucharistie, Kirche, Christen in der Gesellschaft usw. - auf der kirchensite des Bistums Münster, wo Overbeck bis dato Weihbischof war.
Für Geduldige gibt es ein wahnsinnig langes biographisches Video-Interview im domradio.
Wesentlich aufschlussreicher finde ich die anstrengende SWR-Sendung "Nachtcafé - Mehr Schein als Heiligkeit - wie glaubwürdig ist die Kirche?" vom 15.5.2009, zur Zeit noch in 9 Teilen à ca. 10 Min. bei Youtube (Folge 1 hier). Im Panel sitzen neben Overbeck der Piusbruder Steiner und die EKD-Kulturbeauftragte Petra Bahr, eingeladen wurden auch Philipp Möller, Mitorganisator der atheistischen Buskampagne, die einige Wochen später startete und der Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes Axel Hochrein.
Interessant ist, wie Overbeck in der Runde agiert: Er gibt sich gebildet und intellektuell, kommt aber kaum zu Wort, auch weil er sich ständig unterbrechen lässt (was nicht alle so sehen). Am Ende wirkt er weniger bescheiden, als doch vielmehr hilflos. Stimmt wohl, was sein Pfarrer, unter dem er 1990-94 in Haltern Kaplan war, über ihn gesagt haben soll: "Er ist fromm und er denkt". Hauptsache er tut auch was - immerhin hat er ja angekündigt, im Bistum Essen "die Stimme der katholischen Soziallehre" sein zu wollen. Am Ende zählen bekanntlich die Früchte (Mt 7,20-23).
Overbeck ist übrigens, das kann man wohl sagen, ein echter "Römer", den mit Papst Benedikt eine Menge verbindet, schließlich hat der ihn zum Priester und zum Bischof geweiht. Auf seine "römischen Verbindungen" ist der frischgebackene heute Mittag in seiner Ansprache besonders eingegangen: "Bereits meine Ernennung zum Weihbischof erfuhr ich nicht in Münster, sondern im Sommer 2007 während des Sommerurlaubs auf Korfu, in Griechenland. Auch diesmal erfuhr ich nicht in Münster, sondern in Rom von meiner Wahl zum Bischof von Essen durch das Hohe Domkapitel der Essener Kathedralkirche. Ich war aus Anlass eines Zusammentreffens mit Mitbrüdern dort, mit denen ich vor 20 Jahren in Rom die Priesterweihe durch den damaligen Kardinal Ratzinger empfangen hatte. Über dem Altar unserer römischen Weihekirche Sant’Ignazio steht ein Wort, das Christus dem Hl. Ignatius vor Rom zuspricht: "Ego vobis Romae propitius ero!" – d. h. "Ich werde euch in Rom gnädig sein". Gott war mir in diesem Jahr in diesem Sinne auf besondere Weise an dieser wichtigen und heiligen Stätte der Christenheit nahe. Ich danke unserem Heiligen Vater Papst Benedikt XVI. dafür, mich heute zum Bischof von Essen ernannt zu haben. So verbindet mich eine weitere wichtige Lebensetappe mit ihm."

