Der Vollständigkeit halber: Am 5. Februar hat die Traditionalisten-Affäre auch mich erreicht und ich habe ein kurzes Nachrichtenstück über kreuz.net gemacht, diese unsägliche Ansammlung von Widerlichkeiten, die sich auch noch katholisch nennt (und die ich hier bewusst nicht verlinke, weil sowas einfach ignoriert gehört). Den Bericht in heute-nacht kann man hier sehen. Die Reaktionen auf kreuz.net kamen übrigens prompt und der Artikel ist dann schon amüsant, vor allem beschert mir das einen unerwarteten Zustrom an Lesern hier - auf die ich allerdings lieber verzichten würde, wenn ich sehe, wo der Link herkommt:
"Wenn Kirchenfeinde hetzen, dann ist das Dialog
Die deutschen Amtsbischöfe haben in Zusammenarbeit mit einem kirchenfeindlichen Staatssender Werbung für das europaweit größte katholische Internetportal gemacht.
(kreuz.net) Am 5. Februar berichtete die Sendung ‘Heute nacht’ des ‘Zweiten Deutschen Fernsehens’ gegen das europaweit größte katholische Internetportal ‘kreuz.net’.
Für den kirchenfeindlichen Bericht verantwortlich war der Journalist Jan Frerichs.
Erst im Dezember veröffentlichte Frerichs auf seinem Blog einen Artikel gegen den Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner.
Auf den ersten Blick wirke ‘kreuz.net’ „seriös“ – heißt es in Frerichs’ Sendung:
„Aber sie ist alles andere als seriös“, beschwört er. Hier würden „Hetzparolen“ verbreitet – sagte er und tut das gleiche.
Er weiß: Die Webseite ‘kreuz.net’ sei eine private Initiative „rechter Fundamentalisten“.
Die umstrittene Bundeskanzlerin Angela Merkel werde „hier als »hechelnde Befehlsempfängerin der Juden«“ bezeichnet.
Um seine Dämonisierungen nicht in Gefahr zu bringen, muß Frerichs allerdings unterschlagen, daß sich ‘kreuz.net’ bei dieser Information auf das Kölner ‘Domradio’ und auf „Vatikankreise“ bezieht, die von dem Radio zitiert wurden.
„Und den Holocaust zu leugnen, auf diesen Seiten ist das kein Tabu“ – so Frerichs.
Um die Zuschauer gezielt in die Irre zu führen, zitiert er nicht aus Artikeln, sondern aus den Meinungen im offen geführten Leserforum.
Mit dieser Taktik hätte er auch nachweisen können, daß ‘kreuz.net’ ein Homo- oder Atheistenorgan ist.
Der Schwur
Frerichs beschwört – wohl im Auftrag der vom Williamson-Pogrom noch weicher geklopften „Amtskirche“ – hoch und heilig: Mit den deutschen Staatsbischöfen habe „das alles nichts zu tun“.
Dann hat Matthias Kopp (40) – Sprecher der Deutsche Bischofskonferenz – seinen Auftritt. Kopp ist Mitglied des kirchenfeindlichen ‘Zentralkomitees der Deutschen Katholiken’.
Das Portal ‘kreuz.net’ sei eine Seite, die nicht zur römisch katholischen Kirche gehöre – stammelt er.
Dann outet sich Kopp als ‘kreuz.net’-Leser: Auch die Diskussionen auf dem Portal seien „unsäglich und unerträglich“.
Der große Seufzer
Dem ZDF-Dämonenjäger bleibt nur ein Seufzer über die Tatsache übrig, daß die „Amtskirche“ und der – deutsche – „Verfassungsschutz“ gegen ‘kreuz.net’ machtlos sind:
„Die Betreiber sind anonym und ‘kreuz.net’ ist keine deutsche Seite. Sie wird in den USA gemacht.“
„Amtskirchen“-Sprecher Kopp muß zustimmen: „‘kreuz.net’ hat den Server in Nordamerika stehen, das heißt, wir haben juristisch nur sehr eingeschränkte Zugriffsmöglichkeiten.“
Anders als in Deutschland wird die Meinungsfreiheit in den Vereinigten Staaten durch den ersten Zusatz zur Verfassung des Landes garantiert.
Kopp weiter: „Und bei ‘kreuz.net’ haben wir das Problem, daß wir es hier mit einer“ – der Sprecher holt tief Luft – „Kämpfertruppe zu tun haben die uns das Leben wirklich schwer macht.“
Als Beispiel nennt Frerichs nicht die deutsche „Amtskirche“, sondern den evangelischen Pfarrer, Liedermacher, Katholikenhasser und Papstbeschimpfer Klemens Bittlinger.
Vor dem ZDF darf er eine weitere Runde seiner bereits bekannten Mitleidstour drehen.
In seinem Anti-Papst-Schmählied richtete Bittlinger im Mai 2008 folgende Tiraden an den Papst:
„Warum schmähst du andere Christen? Warum suchst du offen Streit und sagst: ‘Ihr seid keine Kirche, weil ihr fehlerhaft seid!’? Wer im Glashaus wirft mit Steinen, endet schnell im Scherbenmeer und auch viele Katholiken decken diesen Stil nicht mehr.“
Frerichs hat viel Verständnis für diese Beschimpfungen. Er verharmlost sie als „Lied mit kritischen Fragen an den Papst“.
Dann stellt er den Täter Bittlinger als Opfer dar: „Die Seite ‘kreuz.net’ entfacht eine Hetzkampagne gegen Bittlinger die weit über die Grenzen des Internets hinausgeht.“
Jetzt darf der Papstbeschimpfer selber losheulen: „Da gab es wüste Drohungen, Beschimpfungen, mit Gewaltandrohung, Androhung von Folter, bis hin zur Morddrohung, so massiv, daß die Polizei das primäre Konzert am 11. August unter Polizeischutz gestellt hat.“
In seinem Weinkrampf vor der Kamera unterschlägt Bittlinger allerdings, daß ihm damals die geballte Macht der antikatholischen deutschen Reichspropaganda zu Hilfe eilte.
Auch die Tatsache, daß die von Bittlinger gerufene Polizei immer nur mit Fehlalarm konfrontiert war, muß unter den Tisch fallen.
Dafür jammert der Papstbeschimpfer: „Und ich muß Ihnen sagen, es macht keinen Spaß, so massiv bedroht zu werden.“
Zum Abschluß bekommt Bittlinger vom ‘ZDF’ noch ein Heldenabzeichen auf seine schmale Brust gedrückt: Bittlinger wolle sich nicht einschüchtern lassen – heroisiert ihn Frerichs:
„So wie heute abend spielt er als evangelischer Pfarrer weiterhin auch in katholischen Kirchen.“
Weil der „Dialog“ dem Haßprediger wichtig sei – säuselt es im letzten Satz."
Dinge in Bewegung
-
Heute gabs allerhand Neues im Netz. Manche Dinge sind in Bewegung.
- Eine Kampagne "Steuer gegen Armut". An sich nichts Neues, aber
bemerkenswert ist die ...
Vor 2 Tagen

0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen